Dauerregen. Den ganzen Tag. Unser erster Tag in Fidschi fiel buchstäblich ins Wasser. Wir machten keinen Fuss vor unsere Unterkunft sondern nutzten die Zeit um unsere Pläne für die kommenden knapp 3 Wochen zu schmieden.
Wir entschlossen uns die Hauptinsel mit den öffentlichen Bussen zu umrunden und einige Inseln an der weniger gut erschlossenen Ostküste zu erkunden. Die Busse auf Fidschi sind jenen in Südostasien sehr ähnlich. Sehr alt, teilweise ohne Fenster. Auch sonst erinnerte uns vieles an Südostasien. Die Märkte, das Handeln, die Offenheit und Freundlichkeit, das einfache Reisen und die Unterkünfte.
Nach einem Zwischenstopp an der Südküste trafen wir etwas zu spät in Suva, der heutigen Hauptstadt von Fidschi ein. Nur knapp verpassten wir die Fähre nach Levuka. Und, wie es halt so ist, wurde die Fähre am kommenden Tag grundlos gestrichen. Na ja, wir waren ja schliesslich in der grössten Stadt im ganzen Südpazifik. Stadt? Nicht wirklich, innert 2 Stunden hat man alles gesehen und Suva ist nicht wirklich schön. So lasen wir uns 2 Tage satt und faulenzten.
Eine Tagesreise mit Bus und Fähre brachte uns nach Levuka auf der Insel Ovalau. Fidschi umfasst mehr als 350 Insel, hat weniger als 1 Million Einwohner. Mitte 19. Jahrhundert kamen die ersten Engländer auf Fidschi und ernannten Levuka zur Hauptstadt, errichteten eine sehr kleine Stadt. Noch heute bilden die Kolonialgebäude, cirka 10 Häuser, den Stadtkern. Wie klein der Ort ist zeigt, dass man uns bereits am zweiten Tag auf der Strasse kannte. Wir fühlten uns schon fast einwenig einheimisch. Dies gab uns die Gelegenheit mit den Locals über die Geschichte und die aktuelle Lage in Fidschi zu diskutieren. In Fidschi führten bis um 1860 die Stämme blutige Auseinandersetzungen. Der Kannibalismus war weit verbreitet. Noch heute sind diese Stammesstrukturen sicht- und spürbar. Mit der Ankunft der Weissen wurde der Handel aufgebaut. Es wurden Inder nach Fidschi gebracht, welche den Anbau von Zuckerrohr, Reis und Zimt begannen. So gibt es heute zwei „Arten“ Locals. Die Fiji’s und die Indien Fiji’s. Aufgrund der alten Stammesstrukturen wuchs in den letzten Jahren der Rassismus zwischen den zwei „Locals“. Die Fiji’s machten alte Rechte geltend, beharrten auf den Grundsitzanspruch. Dies führte dazu, dass vor gut einem Jahr die Armee die Regierung putschte und die Regierung übernahm. Die Meinungen zur „neuen“ Regierung sind unterschiedlich. Doch mehrheitlich positiv.
Auf der Überfahrt auf unsere Trauminsel überquerten wir mit einem kleinen Fischerboot das türkisblaue Meer und riesige Korallenriffe. Unsere Trauminsel heisst Leleuvia, hat eine einfach Unterkunft und kann innert 20 Minuten zu Fuss umrunden werden. Herrlich weisser Sandstrand, Kokospalmen, Riffe zum Schnorcheln und tauchen. Auf der Inseln waren wir Maximum 5 Touris und cirka 10 Locals die hier „arbeiten“. Wir verzehrten herrliche lokale Speisen und durften 2 Abende an traditionellen Kava teilhaben. Kava ist ein traditionelles Getränk, Wasser gemischt mit Pfefferwurzeln, welches an speziellen Anlässen getrunken wird (oder zur Drinkanimation in Backpacker’s). Es wird Musik gespielt, getanzt und dann Runde um Runde, besinnlich Kava aus einer Kokosnuss getrunken. Wir feierten die Geburt eines Sohnes und den Abschied von einigen Locals.
Von Leluvia ging es weiter per Fischerboot, Taxi und Bus an die Nordostküste. Die Strasse war wohl eine der schlechtesten die wir bis jetzt gesehen haben. Stundenlange, staubige Schotterpisten mit vielen Brücken, welche wir teilweise wohl kaum mit dem Fahrrad überquert hätten. Aber die Landschaft war die Reise wert. Unzählige kleine Dörfer inmitten der saftig grünen Landschaft. Die anderen Buspassagiere erzählten uns viel über die Dörfer und das Leben hier und unsere Zeitungen, wir kauften immer die 2 nationalen Käseblätter, wurden im ganzen Bus gelesen.
Am Volivoli Beach stiessen wir auf eine praktische neue Unterkunft. Sehr schön, aber schon fast zu modern… Zum Glück waren alle Angestellten Locals. Nach spektakulären Tauchgängen in Ovalau und Leleuvia nutzten wir natürlich hier die letzten Chance für’s Tauchen. Denn die kommenden Monate werden wir eher in kühleren und höheren Gebieten verbringen.
Nun sind wir bereits zurück in Neuseeland. Wir werden, zusammen mit Familie Fischer den nördlichen Teil von Neuseeland erkunden.
Montag, 19. Oktober 2009
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2 Kommentare:
Hoi zäme
Eure Erzählungen über Fidschi sind wieder mal total spannend. Finde es toll, wie ihr euch immer den Local's anschliesst und so viel mehr vom Land erfahrt. Ich weiss nur soviel von Fidschi: trotz der ganzen schrecklichen Vergangenheit sind die Locals immer nett und zuvorkommend. Und: Fidschi soll für seine Honeymoon-Reisen bekannt sein :-)
Wünsche euch nun viel Spass in Neuseeland. Warte gespannt auf den nächsten Reisebericht.
Hoi Luki
Spannend spannend was ihr doa alles möchit!
Alles alles guete, vöu glöck ond gsondheit no zom Gburtstag, lg, Bert
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