Nach mehr als 16 Stunden Reisezeit von Bali via Hong Kong (AroundTheWorld Flug) sind wir mit Flipflops, T-Shirt und kurzen Hosen im winterlichen, kühl-nassen Sydney angekommen. Am Flughafen wurden wir von Priska und den Jungs Jan und Simon freundlich in Empfang genommen und direkt in unser Heim für die kommenden Tage nach Rhodes, ein Vorort von Sydney, chauffiert.
Priska, eine Cousine von Silvia, Markus und die zwei Jungs leben seit gut einem Jahr in Sydney. Wir hatten das Glück bei ihnen wohnen zu dürfen und ein bissen Schweizer Luxus geniessen zu können. Ein sauberes Bett, eine Dusche mit richtig viel Wasser und natürlich feines Essen inkl. frischem Brot und Butterzopf(!). Priska, Markus, Jan und Simon - VIELE DANK für die tolle Zeit!
Unsere Zeit in Sydney nutzten wir, um die vielen Eindrücke der vergangenen 5 Monate zu verarbeiten, unsere Equipment wieder in Stand zu stellen und uns für die Zeit in Neuseeland vorzubereiten.
Das Abschiednehmen von Südostasien viel uns nicht leicht, denn die meisten unserer Erwartungen und Hoffnungen wurden bei weitem übertroffen!
Bereits in Indien und Nepal entdeckten wir den Reiz und den Genuss des einfachen Reisens. Das reisen mit den „öffentlichen“ Verkehrsmitteln verhalf uns Regionen zu durchqueren, welche wir sonst nie gesehen hätten und viele aussergewöhnliche Kontakte zu lokalen Menschen zu knüpfen. Die unzähligen tollen Erlebnisse in den mehr als 190 Stunden im Bus, knapp 50 Stunden im Zug und etlichen Stunden auf dem Schiff werden wir nie vergessen.
Das Schlafen und Essen in Hostels und Homestays der Locals verhalf uns, dass „wirkliche“ Leben hautnahe mitzuerleben. Natürlich gab es immer wieder Momente, wo wir uns von neuem motivieren mussten. „Gruselige“ Unterkünfte mit ungebetenen Besuchern, Durchfall und hungrige Bäuche konnten uns aber nicht davon abbringen die von uns gewählte Reiseart weiter zu verfolgen.
Anbei für uns prägende Erlebnisse:
So werden wir nie „Sony“ vergessen. Ein Tuck Tuck Fahrer in Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha, der mit uns unter anderem zu einem Kinderheim gefahren ist. Trotz seinem bescheidenen Einkommen, er lebt mit Frau und Kind in einem Zimmer und muss mit ca. 50 USD pro Monat auskommen, durften die Halb- und Weisenkinder mit seinem Tuck Tuck eine Runde mitfahren und er beschenkte sie mit Süssigkeiten.
Sony – arm und trotzdem reich.
In Sihanoukville (Süden von Kambodscha) haben wir die 12-jährige Sreyred kennen gelernt. Sie geht morgens zu Schule, nachmittags verkauft sie Früchte und selbst geknüpfte Armbänder am Strand, abends geht sie in einen privaten Englischunterricht. Ihre Arbeit am Strand ist für die Familie ein wichtiges Einkommen. Ihr Vater habe sie nie gekannt, sagt sie. Ihre Mutter beobachtet das Geschehen aus Distanz und hat einige Früchte für den Nachschub bereit.
Sreyred hat einen von vielen Kinderjobs in Kambodscha und ist mitverantwortlich ihre Familie zu ernähren. Aber, sie finanziert sich so auch ihren privaten Englischunterricht und somit vielleicht eine etwas bessere Zukunft!
Bukit Lawang, ein kleines Dorf im Nirgendwo auf Sumatra, Indonesien. Praktische die einzige Einkommensmöglichkeit für die Locals ist der bescheidene Tourismus. Die meisten sprechen ein gutes Englisch und wissen einiges von fernen Ländern – alles von den Touristen gelernt. Selber sind sie selten weiter als 20km vom Dorf weggekommen und so ist es nicht verwunderlich, dass sie über das eigene Land kaum etwas wissen (sogar wir wussten mehr über die Geschichte, Politik und Kultur Indonesiens). Obschon die Menschen in armen Verhältnissen Leben ist das „organisieren“ via SMS (Handy) extrem verbreitet.
Was nahe liegt ist doch so fern….
Natürlich genossen wir auch Sydney. Tag für Tag haben wir mit Zug, Schiff und Bus die riesige Stadt mit all ihren Schönheiten bei herrlichem Winterwetter erkundet, Yvonne, eine Kollegin aus Neuenkirch und Stuart and Charisse, die zwei haben wir in Vietnam kennen gelernt, getroffen und einige VB’s getrunken.
Und schon sind wir im Winter von Neuseeland angekommen. Herrlich!
Sonntag, 6. September 2009
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