Samstag, 20. Juni 2009

Auf den Spuren der Roten Khmer

Kambodscha wird auf den ersten Seiten im Lonely Planet (Reisebuch) wie folgt beschrieben:
“Am einfachsten lässt sich Kambodscha mit den Begriffen - das Gute, das Schlechte und das Schlimme – zusammenfassen. Gut waren die frühen Jahre, während der Blütezeit des grossen Khmer-Reiches, das die Region über drei Jahrhunderte hinweg konkurrenzlos beherrschte. Ab dem 13. Jh. brachen schlechte Zeiten an, als mächtiger werdende Nachbarn kontinuierlich Teil des kambodschanischen Territoriums einnahmen. Schlimm kam es dann im 20. Jh. nachdem ein brutaler Bürgerkrieg mit der Herrschaft der völkermordenden Roten Khmer (1975 – 79) endete. Von der sich Kambodscha bis heute erholen muss.“

Von Cau Doc (Vietnam) fuhren wir mit einem Schnellboot auf dem Mekong Fluss über die Grenze nach Phnom Penh, Kambodschas Hauptstadt. Phnom Penh versucht erfolgreich die Schatten der Vergangenheit hinter sich zu lassen und putzt sich heraus. Obschon Erwachsene und Kinder auf der Strasse betteln, viele Kinder bis spät Nachts kopierte Bücher verkaufen. Die Stadt, welche 1975 vom Anführer der Roten Khmer, Pol Pot, in Schutt und Asche gelegt wurde, hat sehr viel Charme. UND die Kambodschaner sind sehr offen und extrem freundlich und hilfsbereit.

Die Rote Khmer verfolgte eine strenge, kommunistische Ideologie. Pol Pot verordnete 1975 alle Intellektuellen, Lehrer und Brillenträger zu töten und die „normalen“ Menschen zurück auf die Felder zu schicken. Um die Menschen aus der Stadt zu vertreiben wurde ein Grossteil von Phnom Penh zerstört. Zwischen 1975 und 79 wurden so durch das Regime mehr als 1'700'000 Menschen getötet. Dank dem Einmarsch von Vietnam wurde das Massaker beendet.

Die Hauptstadt bietet diverse Möglichkeiten diese schreckliche Zeit aufzuarbeiten. Wir entschlossen uns das ehemalige Gefängnis U21 zu besuchen und waren schockiert! So nutzen wir anschliessend dankend die Gelegenheit die uns Sony, unserer Tuck Tuck Fahrer (ein super feiner Mensch!), bot. So fuhren wir nach dem Kauf von 50kg Reis in ein Weisen-/Halbweisenheim. Auch das Lighthouse, das ist der Name des Heimes, zeigt offensichtlich die Spuren der Roten Khmer. Wir genossen die unvergesslichen Stunden mit den Kids. Die stolzen Gesichter, als sie uns die Zimmer zeigten und die Dankbarkeit für den Reis, welcher für die 86 Kinder übrigens nur für einen Tag reicht.

Nach so vielen Eindrücken machten wir uns auf nach Sihankoville. Die Strandregion von Kambodscha, aber weit weg vom Massentourismus. Weisse Sandstrände, gutes Essen und unzählige Strandverkäuferinnen. Die Standverkäuferinnen, dass waren meist Mädchen zwischen 8 und 12 Jahren, versuchten Früchte und selber geknöpfte Arm- und Kopfbänder zu verkaufen. Schnell schlossen wir mit zwei Mädchen, Sreiyeth und ihre Freundin, Freundschaft und hatten mit ihnen eine riesen Spass.

Bevor wir nach Siem Reap, den Stätten von Ankor Wat, fuhren, machten wir erneut in Phnom Penh einen Zwischenstopp und besuchten die Killing Fils. Einen weiteren Schreckensort der Roten Khmer. In unserer Unterkunft fand Silvia auch ihr, seit dem letzten Besuch vermisstes T-Shirt wieder. Ein Service Boy hat das Sound Check Shirt (Vereins T-shirt von Neuenkrich) getragen. Als Silvia ihn darauf ansprach fragte er: „Schönes Shirt nicht? Hast du das gleiche“?
Bestückt mit dem T-Shirt machten wir uns auf dem Weg nach Siem Reap.

Siem Reap, die Stadt der alten Buddhisten Tempel. Unzählige, riesige Tempel ragen aus dem dichten Tropenwald und versetzten uns in die Vergangenheit. Aber nicht nur Ankor Wat und andre Tempel entzückten uns. Der Besuch bei Dr. Beat Richner hat uns schwer beeindruckt! Wir hatten das Glück an einem seiner Konzerte teilzunehmen und durch ihn mehr über das Gesundheitswesen von Kambodscha zu erfahren. Unglaublich, was dieser Mann geleistet hat und immer noch leistet. Wir sind überzeugt, dass jeder Franken, der hier gespendet wird, richtig eingesetzt ist.

So, nun war die Zeit gekommen. Wir mussten unseren lieben Freunden Claudia und Dani tschüss sagen. Danke für die tolle Zeit and see you in ca. 8 Monten.

Ab geht’s nach Laos…

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