Mittwoch, 27. Mai 2009

Auf dem Mekong nach Kambodscha

Nah Trang war für uns wie eine Faust aufs Auge. Wir hatten das Gefühl an einem Touristenort in Südeuropa gestrandet zu sein. Alles den Bedürfnissen des Westens angepasst. Die lokale Kultur kaum noch spür- und sichtbar. So genossen wir nur kurz, aber intensiv die Unterwasserwelt und reisten weiter nach Mui Ne, einem kleinen Fischerdorf, welches für den Wasserwindsport bekannt ist.

Während dem Reisen in Vietnam ist uns aufgefallen, dass die Vietnamesen sehr viel Wert auf den Schutz ihres Kopfes legen. Das vor wenigen Jahren eingeführte Helmobligatorium für Moppet- und Motorradfahrer hat dazugeführt, dass der Helm steht’s getragen wird, nicht nur zum fortbewegen. Im Restaurant, auf der Baustelle, beim Fischen, sogar die Marktverkäuferinnen trugen teilweise den Helm. Im Fotoalbum findet ihr Beweise.

In Mui Ne packten wir die Chance und probierten das Kitesurfen. Das Training an am Beach machte Spass. Die enorme Kraft des Kite’s (Drachen) beeindruckte. Leider hatten wir die 4 darauf folgenden Tage keinen Wind mehr und so blieb es beim „Trockentraining“. Umso mehr genossen wir die Fahrten mit dem Motorbike durch die schöne Landschaft aus roten, orangen und weissen Sanddünen.

In Ho Chi Minh City (HCMC), auch als Saigon bekannt, holten wir am Flughafen unser Besuch aus der Schweiz ab. Claudia und Dani werden uns die kommenden 2 Wochen auf unserer Reise von Südvietnam nach Kambodscha begleiten.

Auf unserer Reise südwärts wurden wir immer wieder an den Kommunismus und die unzähligen Kriege Vietnams aufmerksam. So findet man immer wieder Plakate mit kommunistischem Style und Symbolen, in den Dörfern wird teilweise über Lautsprecher die Landeshymne gespielt und es gibt unzählige Musen. Wir besuchten ein 250km langes Höhlensystem, welches die Vietcongs für die Kriege gegen Nordvietnam und später gegen die Amerikaner erbaut haben. Die Tunnels sind bis zu 40m unter der Erdoberfläche und ziehen sich von Saigon bis an die kambodschanische Grenze. In den Tunnels von Cu Chi wohnten zehntausende von Menschen teilweise über 18 Jahren und leisteten ihren Feinden erbitterten Widerstand.

Wir entschlossen uns mit dem Schiff individuell von HCMC bis nach Phnom Penh, Kambodscha zu reisen. Die organisierten Touren erschienen uns zu touristisch und so fuhren wir mit dem Bus zum Ausgangshafen My Thon, suchten uns ein Boot und los ging das Abenteuer Mekong…

Der Mekong, eines der grössten Flussdeltas der Welt, entspringt in Tibet und mündet nach 4500km durch China, Burma, Kambodscha und Vietnam in das südchinesische Meer. Der Fluss bildet die Lebensgrundlage für Millionen von Menschen. Hier haben wir das „wirkliche“ Leben gefunden…
Regionen ohne Tourismus, ohne englisch sprechende Menschen, lokale Märkte mit Leckereien wie Schlangen, Schildkröten, Ale usw., Schwimmende Märkte, unzählige Fischzuchten, wilde Vegetationen, zufriedene, sehr einfach lebende Menschen und - keine Touristen. Die 3 Tage und mehr als 20h auf dem kleinen Holzboot, welches wir mit unserem Guide, seinem Vater der das Boot lenkte und 2 Hunden teilten, waren trotz den dürftigen Unterkünften, den Schmerzen ab Popo vom Sitzen und den hungrigen Bäuchen ein super spannend und erlebnisreich.
Ein sehr anspruchsvoller Start für unsere Besucher….

PS: Super Fotos von unserer Fotografien folgen in kürze wieder. Leider ging das Objektiv kaputt… Konnten nun in Kambodscha(!!) ein neues kaufen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Saluti ihr beiden
Habe gerade mal ein Blick auf euren Blog geworfen!
Eure Berichte sind super spannend und hier scheint das Reisen voll zu geniessen und seit sehr abenteurerlich! Finde ich klasse und beneide euch, wäre auch gerne dabei!! ;)
Silvi deine Fotos sind einfach erst klassig!! Hut ab! Ich hoffe das neue Objekt funktionert genau so gut wie das alte!
Viel Vergnügen auf euren weiteren Erlebnissen!
Beste Grüsse aus der sommerlichen Schweiz.
Petra Koller