Montag, 28. Dezember 2009

Zwischen Pazifik und den Anden Richtung Norden

Unser Gepäck ist bereits in der Kabine. Wir sitzen im Wartesaal der Navimag mit Blick auf „unsere“ Fähre, auf unser Zuhause für die kommenden Tage. Die Evangelista (Name der Fähre) bringt uns in den kommenden 4 Tagen von Puerto Natales nach Puerto Montt durch die südchilenische Fjordlandschaft. Durch Berg- und Eislandschaften, vorbei an unzähligen Inseln. Da die Evangelista einen Schaden an der Verladerampe hat, muss diese in einem Hafen in „Nirgendwo“ namens Puerto Chacabuco repartiert werden. Für uns bedeutet dies einen Tag Verzögerung und Umsteigen auf eine andere Fähre für den letzten Tag.

Die Fähre ist die einzige Verbindung Chiles zwischen Puerto Natales und Puerto Montt. Strassen gibt es keine. So wird die Fähre auch für den Transport von allerlei Gütern und Tieren rege benutzt. Kaum an Board machten wir Bekanntschaft mit anderen Reisenden. Einige haben wir bereits zuvor irgendwo getroffen, andere lernten wir neu kennen. Die Tage vergingen im Nu, gab es doch viele spannende Geschichten zu hören und die täglichen Flora und Fauna Talks, organisiert von der Crew, gaben uns Aufschluss über die Region. Als wir dann am Hafen in Puerto Chacabuco angekommen sind, wurden wir zu einem „Kulturausflug“, das hiess Busfahrern, laufen und dann ein super chilenischer Kulturabend mit Musik, Tanz und Lamm am Feuer, eingeladen. Spät abends konnten wir uns dann auf der anderen Fähre, welche viel kleiner und enger war, für die letzten zwei Nächte einquartieren.

Wir haben gehört, dass es einige Stunden entfernt von Puerto Montt eine traumhafte Berglandschaft mit Vulkanen abseits der Route geben soll. Man nenne diese Region Secret Patagonia. Ein kleiner Bus soll uns in das abgelegene Bergtal, nach Rio Puello bringen hat man uns gesagt. Gesucht, gefunden. Wir sitzen in einem alten, kleinen, überfüllten Bus und preschen durch die schmale Kiesstrasse, immer dem riesigen Fjord entlang, immer tiefer ins Tal. Nach vier Stunden stehen wir bei Cecilia vor der Türe. Die herzliche Begrüssung von Cecilia, Enrico, von Hund und Katze lies uns erahnen auf was wir uns freuen können. Mit frischen Fruchtsäften, Kuchen, einheimischen Gerichten und täglich frischem Brot wurden wir verwöhnt. Mit den Pferden erkundeten wir, zusammen mit Enrico, die Region und genossen die vielen spannenden Gespräche mit den Chilenen.

Weiter ging es über die Grenze nach Bariloche, Argentinien. Dieses Dorf wird oft mit der Schweiz verglichen. Schöne Berge umgeben von einem riesigen See, viele Schokoladenproduzenten. So genossen wir einmal mehr das herrliche Leben. Mieteten uns Mountainbikes und kurvten durch die schöne Landschaft und bestiegen den Cerro Otto mit atemberaubender Aussicht.

In Santiago, der Hauptstadt von Chile durften wir unseren Besuch - Silvias Eltern - in Empfang nehmen. Mit Agnes und Peter wollen wir gemeinsam für ungefähr drei Wochen Richtung Norden reisen und Chile und Bolivien entdecken. Santiago hat 4.8 Millionen Einwohner und ist sehr modern. Die Stadt liegt zu Füssen gigantischen, mit Schnee bedeckten Andengipfeln. Trotz dem Verkehr fanden wir ruhige Plätzchen und liessen uns von den vielen historischen Gebäuden faszinieren. Valparaiso ist zwei Stunden von Santiago entfernt. Eine kunterbunte Hafenstadt mit vielen alten Gebäuden, extrem steilen Strassen und ein heiteres Treiben in den Gassen. Die vielen Quartiere in den Hügeln lassen sich einfach mit uralten Standseilbahnen erklimmen.

Ein kurzer kulinarischer Abstecher nach Mendoza in Argentinien durfte natürlich nicht fehlen. Ein Grossteil der besten Weingebiete des Landes verteilt sich rund um die Stadt – in der Region werden 70% aller argentinischen Weine hergestellt. Wir waren allerdings zuvor schon dort und haben den Wein und das Essen zusammen mit Pinto und Ka aus Buttisholz genossen aber es lohnt sich auch ein zweites Mal! Mit einem gemieteten Auto fuhren wir durch die hohen Anden, über den Pass Los Libertadores und durch den Acuncagua Nationalpark. In Mendoza liessen wir es uns nicht nehmen zwei Weinkellereiche zu besuchen und die Weine zu kosten. Eine unvergessliche, kulinarische Exkursion.

Die nächste Etappe führt nach La Serean, wo wir zusammen mit Schwester Rita Weihnachten feiern dürfen.

1 Kommentar:

Marc hat gesagt…

Hat mich sehr gefreut mit der gemeinsamen Fahrt auf der Navimag einen Teil (wenn auch äußerst kleinen Teil) Eurer Weltreise mitzumachen. Es war fantastisch Euren Reiseberichten und -erfahrungen zuzuhören.

Ich wünsche Euch noch viele grandiose Erlebnisse auf den weiteren Weg.