Aus dem Flugzeug ist kaum eine Ebenen zu erkennen. Wir sind kurz vor der Landung in der Hauptstadt von Nepal, Kathmandu und geniessen den Ausblick in die hügelige Landschaft. Nepal umfasst der grösste und höchste Teil des Himalaya Gebirges. Natürlich wollten wir so schnell wie möglich in dieses riesige Gebirge aufbrechen und so machten wir uns in Kahtmandu auf die Suche nach Informationen…
Auch Nepal ist ein Land der dritten Welt. Obschon alles viel sauberer und hygienischer als in Indien ist, leben viele Menschen in Armut. Von den 23 Mio. Menschen leben 85% in den Bergen und auf dem Lande und arbeiten meist in der Landwirtschaft.
Das Trekken um den Mt. Everest klang sehr verlockend, aber wir entschlossen uns für das weniger touristische Annapurna Gebiet. Annapurna umfasst mehr als 70 Berge mit einer Höhe zwischen 6000m und 8000m wovon ein Grossteil nur zu Fuss erreichbar ist.
In Pokhara, 6 Busstunden von Kathmandu entfernt, fanden wir einen lizenzierten, selbständigen Guide welcher unsere Bedürfnisse erkannte und diese perfekt erfüllte. Arjun Raj (Name des Guides) hat uns tägliche bezüglich Route, Marschzeit, Unterkunft, usw. beraten, uns aber die Entscheidung überlassen. Umso mehr wollten wir von ihm über die Natur und die Menschen erfahren und oft ermöglichte er uns Kontakt zu Einheimischen und Tibetern, welche in den Bergen von Nepal als „Flüchtlinge“ leben. Von Pokhara fuhren wir zu dritt mit dem Bus nach Besi Sahar (760m), unserem Ausgangspunkt für die kommenden 12 Trekkingtage.
Nach 2 Marschtagen gab es keine Strassen mehr. Ab hier wird alles von Menschen und Tieren transportiert. Meist trifft man Porter (bezahlte männliche Träger), welche günstiger als Maultiere sind, an. So wird Essen, Kleidung, Baumaterial, Stroh und vieles mehr auf den Fusspfaden transportiert. Immer wieder trifft man auch Reisende. So trafen wir 1 Mönch und 3 ältere Damen, zwischen 68 und 82 Jahre, welche Bekannte in Katmandu besucht hatten. Diese älteren Menschen mit ihrem Gebäck von bis zu 15kg waren 6 Tage zu Fuss nach Manang unterwegs. Anfangs trafen wir sie täglich und kamen so mit Ihnen in Kontakt. Sie fragten uns bei einer Rast nach Verbandspflaster, später, bei heftigem Regen mit Hagel, verschafften sie uns Zutritt in eine Hütte wo wir uns mit ihnen am Feuer wärmen konnten…
Das Annapurna Gebiet ist bis auf knapp 4000m stark bevölkert. In fast jedem Dorf gibt es Verpflegungs- und Schlafmöglichkeiten. Das Essen wird, aufgrund der beschränkten Transportmöglichkeiten, der Vegetation angepasst. Gemüse wird nach der Bestellung frisch im Garten gepflückt und zubereitet. Die Unterkünfte sind sehr einfach aber heimelig eingerichtet. Teilweise gibt es sogar noch Duschen mit Warmwasser (Sonnenenergie).
Wir wanderten immer höher in die Berge. Durchqueren riesige Gebiete mit Reisterassen, Gemüse, Mais und Kornfeldern, immer höher. Ab 3000m wird die Vegetation karg. Es gibt noch Kartoffelfelder, Nadelbäume und Gebüsche. Die Täler werden breiter und die Riesen dieser Erde kommen von Tag zu Tag näher. Dank den vielen Hängebrücken können die ausgefressenen Gebirgsflüsse einfach, bequem und spektakulär überquert werden. Die Dörfer werden einfacher, ärmer und religiöser. Die typischen Gebetsmühlen, Gebetsfahnen und Klöster der Buddhisten sieht man immer mehr.
Nach dem Akklimatisationstag in Manag auf 3600m wurden die Etappen kürzer, waren aber, aufgrund der Höhe, nach wie vor anstrengend. Tags waren die Temperaturen sehr angenehm, nachts viel das Thermometer unter den Gefrierpunkt. Für das Nachtessen wurde oft unter dem Tisch ein Kohlefeuer entfacht, welches eine angenehme Wärme verbreitete. Nach dem Essen ging es dann aber rasch in den warmen Schlafsack.
Wir entschlossen uns am 9. Tag direkt ins High Camp auf 4925m aufzusteigen. Vorbei am Basis Camp auf 4450m, wo (unglaublich) viele Berggänger aufgrund ihrer körperlichen Verfassung mit dem Helikopter ins Tal geflogen worden sind, nahmen wir den steilsten Anstieg unter die Füsse. Nach einer sehr kalten Nacht machten wir uns um 05.15 Uhr auf den Weg, die letzen 500 Höhenmeter zu erklimmen. Nach gut 2h körperlicher Anstrengung erklommen wir unser Ziel, den Thorung La Pass auf 5416m. Der höchste Pass der Welt! Kurz genossen wir das Glücksgefühl und die atemberaubende Aussicht. Dann machten wir uns an die 1700 Höhenmeter Abstieg. In Muktinath, die erste Übernachtungsmöglichkeit nach dem Pass angekommen, trafen wir einige Trekker, welche wir in den vergangenen Tagen bereits kennen gelernt haben. Beim gemeinsamen Nachtessen wurden unvergessliche Eindrücke ausgetauscht und natürlich, seit langem wieder einmal, angestossen.
Zwei Tage später sassen wir bereits in einem kleinen Flugzeug und genossen den Rückflug von Jomson nach Pokhara. Ein Himalaya Rundflug den wir nie vergessen werden!
PS:
In Manang (3600m) habe ich Tiger Käse von Emmi gefunden (siehe Foto). Wir haben aber den frischen Yak Käse von den einheimischen Bauern vorgezogen.
Donnerstag, 23. April 2009
Annpurna Circuit – 12 Tage zu Fuss durch das Himalaya Gebirge
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3 Kommentare:
Hallo ihr zwei Weltenbummler, das klingt ja sehr interessant was ihr da in den nepalesischen Bergen erlebt und gesehen habe, wünsche euch weiterhin alles Gute ond händ sorg.
lg frigo
hallöchen, hey das macht mich ja ganz neidisch, wenn ich eure berichte höre. mag es euch natürlich von ganzem herzen gönnen, dass alles bestens geklappt hat. und die bilder sind ja nicht zu toppen... dröcke euch ganz fescht, peti + co.
Hallo ihr beiden glücklichen!
Wie gerne würde ich Euch bei den Bergtouren begleiten! Wir werden dies dann in der Schweiz eine Nummer kleiner nachholen und eine tolle Tour machen. Geniesst es weiter! übrigens die Berichte sind wirklich hochstehend und enthalten eine sehr gepflegte Wortwahl! Ich gehe davon aus dass Silvia dafür zuständig ist!
Liebe Gruess
Urs
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