Dienstag, 31. März 2009

Reise in den Nordosten Indiens

In Agra gibt es nur den Taj Mahal, eines der sieben Weltwunder, zu sehen.
1631 lies der damalige Mogulherrscher Sahah Jahan zum Gedenken an seine bei der Geburt ihres vierzehnten Kindes verstorbene Frau dem Taj Mahal errichten. 20'000 Mann aus Indien und Zentralasien sowie Spezialisten aus Europa erbauten die Grabstätte innert 22 Jahren. Der Taj Mahal, welcher von einer schönen Parkanlage umgeben ist, wurde aus reinem weissem Marmor aus der Region Rajasthan und dem nahen Pakistan erbaut.
Um 06.00 Uhr machten wir uns auf dem Weg, um den Taj Mahal bei Sonnenaufgang geniessen zu können. Was sich absolut gelohnt hat! Wir waren innert Sekunden verzaubert und sanken für einige Stunden ein die zauberhafte, mystische Welt.

Um 22.15 Uhr sollte unser Zug am Bahnhof Agra Fort eintreffen. Bereits seit 20.00 Uhr warteten wir auf der Plattform und genossen dass für uns noch unbekannt Treiben.
Die Eisenbahn ist für die Inder neben dem Bus das wichtigste Transportmittel, welches rege benutzt wird. Jeder Zug ist zum Bersten voll. Dass ein- und aussteigen erscheint unmöglich, aber selbst Kinder und alte Menschen werden noch während der Ein-/Ausfahrt hinein oder hinausbefördert.
Das Angebot auf der Pattform ist riesig. Warmes und kaltes Essen, welches „frische“ zubereitet wird, Tee und Kaffee, Leselektüren, Schuhreinigung, usw. Es herrscht auch noch spät abends ein reger Betrieb. Bei jeder Zugseinfahrt versucht jeder Verkäufer seinen kleinen Verkaufsstand optimal zu platzieren und mit lautem Schreien wird Aufmerksamkeit erzeugt. Weitere steigen in den Zug und verkaufen ihre Waren im Zug. Fast wie eine Minibar.
Am Bahnhof haben wir einmal mehr die grosse Armut Indiens erkannt. Viele Kinder, aber auch körperlich Behinderte und alte Menschen leben auf und neben den Geleisen. Sie betteln und versuchen sich von herumliegenden Lebensmitteln zu ernähren. Die Hunde sind, so scheint es, die grössten Feinde der Bahnhofkinder. Sie tragen einen offenen Kampf um das weniges Essen aus. Die Kinder bekämpfen die Hunde mit Steinen die Hunde jagen die Kinder im Rudel. Unglaublich aber wahr…
Nun endlich, 1½h zu spät trifft unser Zug ein wir beziehen unsere Schlafplatz und geniessen die Zugfahrt.

In Varanasi mit 2h Verspätung angekommen machten wir uns gleich auf den Weg. Varanasie ist die älteste Stadt der Welt und der älteste Pilger Ort der Hindu.
Am Ufer des Ganges befinden sich unzählige Zugänge zum Wasser welche Gahts genant werden. Die spirituelle Atmosphäre ist überall gegenwärtig. Überall sieht man Gurus welche beten, es wird gebadet, gewaschen, gelacht, gegessen, getanzt, die Kinder spielen.
So schlenderten wir an dem Ufer entlang und liessen uns inspirieren, vorbei an alle den Menschen welche ihre Inspiration ausleben und standen plötzlich an einem Platz wo vor unseren Augen sieben Leichen kremiert wurden, daneben wurde getanzt, geschwatzt und gebadet. Alles geschieht in der Öffentlichkeit ohne jede Diskretion. Eindrücklich wie offen die Hindus mit dem Leben und dem Tod umgehen.

Nach knapp 3 Tagen in Varanasi reisten wir erneut mit dem Nachtzug weiter und kamen, diesmal mit 4h Verspätung, in Kolkata an. Kolkata ist eine Stadt mit 14.5 Mio Einwohnern – eine gewöhnliche, arme Grossstadt. Laut, verstopfte Strassen, viel Armut, usw.

So freuen wir uns, nach vielen tollen und unvergesslichen Eindrücke in Indien auf Nepal.


Tschüss. Ab geht’s in die Berge….

1 Kommentar:

Yvonne und Martin hat gesagt…

Hey ihr zwei! Wow, Indien muss ja richtig super sein! Wir sind dann schon gespannt auf eure persönlichen Bericht! (irgendwann in ein paar Monaten...) Wir verweilen momentan noch in Antigua Guatemala und lernen Spanisch. Böögi hat sich übers Wochenende die Salmonellen geholt, der Arme liegt mit Fieber im Bett (jetzt muss er wenigstens nicht die unregelmässigen Verben auswendig lernen...). Wir wünschen euch noch viel Spass auf der Weiterreise, wir verfolgen gespannt eure Bericht und Fotos!

ganz liebe Grüsse vom anderen Ende der Welt
twoontour :-)